Sankt Maria Magdalena Gernsheim
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Die spärlichen Spuren der Gnadenstätte sind mit dem Archiv des alten Mainzer Erzstiftes im Sturm der Zeit verweht. Nach dem früheren Gernsheimer Pfarrer Konrad Dahl ist der "umzäunte Ort Geroldshusa", der nach einer Urkunde vom 27. Juni 829 dem Kloster Lorsch geschenkt wurde, mit dem späteren, der Stadt Gernsheim gehörenden "Einsiedler Hof" identisch. Sicher ist: Die berühmte Reichsabtei besaß in der Gemarkung Gernsheim Grund und Boden und erhielt um 900 Pfarrei und Seelsorge in der Stadt. Auf festen geschichtlichen Boden führt das 1493 in Rom ausgestellte Ablaßbreve, das 1495 mit dem Gernsheimer Pfarrarchiv verbrannte. Mit großem Aufwand ausgestattet und mit den Unterschriften von 16 Kardinälen, darunter die späteren Päpste Julius II. und Leo X., versehen, versprach es den Wallfahrern einen Ablaß von 100 Tagen. In diesem Ablaßbrief wird eine baufällige Kapelle zu Ehren des heiligen Kreuzes erwähnt. Diese Bezeichnung weist weit, vielleicht noch über die Zeit der Kreuzzüge, zurück.
Der 1493 urkundlich nachweisbare Name "Maria Ansidl bei Jernsem" ist sicher durch das daselbst inzwischen zur Verehrung gelangte Vesperbild zu erklären. Aufgrund kunstgeschichtlicher Vergleiche darf das Gnadenbild auf das Jahr 1400 datiert werden.

Es ist wohl die Arbeit eines tüchtigen ländlichen Bildschnitzers. So liebte es die deutsche Volksfrömmigkeit des späten Mittelalters, besonders im mittelrheinischen Raum. Das Bildnis ist 65 cm hoch, 30 cm breit und stellt streng und herb die frontal sitzende Gottesmutter dar, die den Leichnam des Sohnes auf dem Schoß hält. Ihre mächtige Stirn, die weit geöffneten Augen, der kleine, verschlossene Mund, der schweigend dulden gelernt hat, das scharf gezeichnete, im Schmerz versteinerte Gesicht offenbart erschütternd den Mutterschmerz, der alles irdische Leid in sich fasst.
Die Legende berichtet, die Pieta sei in einem Holunderstrauch gefunden worden. Mehrere Male hätten Gläubige das Bildnis in die Pfarrkirche nach Gernsheim verbracht, doch sei es nachts auf wundersame Weise immer wieder zurückgekehrt. Als man dann an dieser Stelle die Kapelle errichtete, sei es auf dem Hochaltar verblieben.
Eine überraschende Ähnlichkeit findet sich zwischen den Gnadenbildern von Maria Einsiedel und Marienthal. Beide Darstellungen zeichnen sich durch ihre Herbheit, beidemale steht die Mutter im Vordergrund in einem tiefen Schmerz, ist der entseelte Leichnam des Sohnes knabenhaft dargestellt.

Der römische Ablaßbrief aus dem Jahre 1493 gab den Ausschlag zu Spenden für einen Kapellenneubau. Er ist noch heute in dem spätgotschen Still des Chorraumes erkennbar. Bis zum Jahre 1508 wurde ein nüchternes, rechteckiges Kircheschiff angefügt, das im wesentlichen seine Form bis heute erhalten hat. Lediglich der gotisierte Vorbau auf vier Säulen und der steinerne Aufgang an der Seite wurden erst 1871 angefügt. 1875 wurde an der Nordseite eine Sakristei angebaut. Eine weitere Erneuerung folgte in den Jahren 1912/13.
Ein neuer Hochaltar wird im Jahr 1940 angeschafft. 1967 wird die Kapelle erneut renoviert und den Erfordernissen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil angepasst. Danach tritt die spätgotische Raumentwicklung des Chores wieder in Erscheinung.

Anhand des Ablaßbriefes von 1493 darf geschlossen werden, dass die Wallfahrt nach Maria Einsiedel damals bereits eingebürgert war. Neuen Aufschwung erhielt die Wallfahrt nicht nur durch die Pieta, sondern später auch wieder durch das zweite, das "neue" Gnadenbild der "bömischen" Madonna.
Die Geschichte des Bildes nach handschriftlicher Überlieferung:

Luterische Soldaten bargen im bömischen Krieg die Figur aus der glühenden Asche des ausgebrannten Dorfes Nordhofen zum allgemeinen Erstaunen unversehrt und brachten sie an die Bergstraße. Der Hauptmann Lichtenfeld schenkte sie dem Freiherr von Behren in Seeheim, bei dem er Quatier bezogen. Nach dem Tod nahm die Witwe Margarethe Sopie von Frankenstein die Figur nach Zwingenberg. Als die Frau von Schweden nach Gernsheim flüchtete versenkte sie das Bildnis in einem Brunnen. Schwer erkrankt, gelobte sie, falls sie genese, die Figur nach Maria Einsiedel zu stiften. 1625 ließ sie das drei Jahre im Brunnen unversehrt gebliebene Bildnis nach Gernsheim bringen, wo es zunächst in der Pfarrkirche aufgestellt wurde. Am 2. Juli 1650 wurde das Gnadenbild in einer feierlichen Prozession nach Maria Einsiedel überführt.


Seither wird am 1. Sonntag im Juli, in unmittelbarer Nähe zum Fest Mariae Heimsuchung, die Große Wallfahrt begangen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde zusätzlich die Wallfahrt der Heimatvertriebenen eingeführt.
Im Jahre 1988 wurde in Höhe der Längsachse der Kapelle ein neuer Außenaltar errichtet, der einen Altar aus dem Jahre 1937 ablöste, der den liturgischen Anforderungen nicht mehr entsprochen hatte. Mit der Errichtung des Altares wurde der gesamte Außenbereich erneuert.
Zur intensiveren Betreuung der Gandenstätte sollte bereits 1748 ein Kapuzinerkloster errichtet werden. Doch erst 1929 können die Mönche dort Einzug halten. Nachwuchsmangel führte 1966 zur Aufhebung des Klosters. Das Gebäude wird heute als Bettenhaus von der deutschen Pfadfinderschaft St. Georg genutzt.
Bis zum Jahre 1790 dienten am Pilgerweg von Gernsheim nach Maria Einsiedel errichtete Kreuzwegstationen, die in Holz ausgeführt waren. Dann errichtete man einen Kreuzweg um die Kapelle herum. Er bestand aus steinernen Säulen mit auf Blech gemalten Passionsbildern. Diese wurden 1893 durch gotische Bildsteinsäulen mit größeren Stationsbildern abgelöst. 1929 ferigte Adam Winter neue Bildstöcke mit Terrakottabildern des leidenen Heilands.


entnommen aus der in der Kapelle zur Mitnahme bereitliegenden Informationsbroschüre

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